Aufmerksamkeit, gleichschwebende

 

Freud selbst sprach von gleichschwebender Aufmerksamkeit (GW VIII, S. 376-378, 1912). Fliess (1942) bezeichnete diesen Zustand als ein "bedingtes Träumen"; Fleming (1961) nannte es ein "kontrolliertes Tagträumen".

Im Zustand der gleichschwebenden Aufmerksamkeit identifiziert sich der Analytiker passager mit dem Patienten, wobei er seine Bewertungs- und Beurteilungsfunktionen in einer Schwebe hält und sie nicht in die gemeinsame Betrachtung der Inhalte des Patienten einbringt; dabei muss der Analytiker zwischen einem primär- und sekundärprozesshaftem Geschehen oszillieren, wenn die Aufmerksamkeit zwischen einem Phantasieren und einem kritischen Mitdenken bzw. Prüfen pendelt.